Geschichte

Eine kurze Geschichte der Burschenschaft Hannovera

Mit ihren fast 170 Jahren gehört die Burschenschaft Hannovera zu den ältesten Studentenverbindungen in Göttingen. Mit dieser Seite möchten wir einen kurzen Überblick geben über die wichtigsten historischen Eckdaten. Doch ist die Geschichte der Hannovera viel umfassender und facettenreicher, als es dieser kurze Abriss darstellen kann. Interessierten empfehlen wir daher einen Blick auf die folgende Website, um weitere Informationen und ausführlichere Darstellungen zu verschiedenen Aspekten unserer Geschichte zu erhalten: http://goettinger-burschenschaft-hannovera.de/

Ursprung und Gründung

Schattenriss von 1848Gegründet wurde die Burschenschaft Hannovera zu Göttingen am 13. Mai 1848 mit einem Festkommers im Gasthaus Schmidt in Nörten-Hardenberg. Dieses Datum feiern wir noch heute als Jahrestag unserer Gründung. Die Gründungsburschen, welche alle von einem Gymnasium in Hannover kamen, betonten nicht nur bei der Namenswahl ihre Herkunft. Auch die Farben Grün-Weiß-Rot lehnten sie daran an: Das Grün spiegelte die Farben ihrer damals üblichen Schülermützen wider, während Rot und Weiß als Farben für das historische Sachsen, also ihre Heimat, stehen. In die Anfangszeit fällt auch die Aufnahme unseres wohl berühmtesten Mitglieds: Die Sängerin Jenny Lind, bekannt als "Die Schwedische Nachtigall", erhielt im Wintersemester 1849/1850 das Ehrenband unserer Verbindung. Zunächst als sogenannte Progressverbindung gegründet, bezeichnete sich die Hannovera dann ab 1861/1862 als Burschenschaft.

Kartell und Dachverbände

Im Jahre 1869 gründete die Hannovera ("Die Grünen") zusammen mit den Burschenschaften Germania Jena ("Die Weißen") und Frankonia Heidelberg ("Die Roten") das sogenannte "Grün-Weiß-Rote Kartell" (GWRK). Dieses liberal gesinnte Freundschaftsverhältnis gilt als eines der ältesteten unter allen Burschenschaften überhaupt.

Im Jahre 1874 wurde auf Inititiave des GWRK der Eisenacher Deputierten-Convent (EDC) gegründet, der jedoch nicht lange Bestand hatte. Nach seiner Auflösung gründete sich 1881 der Allgemeine Deputierten-Convent (ADC), der sich 1902 in Deutsche Burschenschaft (DB) umbenannte. Der DB gehörte die Burschenschaft Hannovera bis 2012 an. Wegen der politischen Ausrichtung des Dachverbandes beschloss die Hannovera, ihn zu verlassen.

Hauskauf

Bundesbruder Isidoro ErrázurizIm Wintersemester 1902/1903 wurde die Hannovera durch die Universität Göttingen für zwei Semester suspendiert wegen Streitigkeiten der Mitglieder mit einem nicht-korporierten Studenten. 1906 wurde die Aktivitas durch Kartellbrüder wieder aufgemacht. Die nun folgenden Jahren verliefen sehr erfolgreich, den Höhepunkt markierte der Kauf des Grünenhauses in der Herzberger Chaussee 9 im Jahre 1908. Noch heute besitzen wir dieses Haus, nur dass die Straße mittlerweile Herzberger Landstraße heißt.

 

 

Kriege und Zwangsauflösung

Wichtige Wendepunkte in der Geschichte der Hannovera stellten die Kriege der jüngeren deutschen Geschichte dar. Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 wurde unsere Verbindung kriegsbedingt suspendiert, da viele aktive Bundesbrüder an den Kampfhandlungen teilnahmen. Zwei Bundesbrüder fielen. Der Erste Weltkrieg stellte eine weitere Zäsur dar, als mit seinem Beginn die Hannovera ihre Aktivitas suspendierte. Neben allen Aktiven wurden auch viele Alte Herren Soldaten, davon viele als Offiziere oder in einer Offizierslaufbahn. Über 100 Bundesbrüder kämpften in diesem grausamen Krieg, in dem 32 ihr Leben verloren.

Auch im Nationalsozialismus brachte die Hannovera hohe Opfer: Anfang 1936 beschlossen unsere Aktiven unter dem nationalsozialistischen Druck als eine der letzten schlagenden Verbindungen in Göttingen ihre Selbstauflösung und im Jahre 1939 wurde unserer Haus durch die Gestapo beschlagnahmt. Im Zweiten Weltkrieg kamen von rund 100 Teilnehmern aus unserer Verbindung 26 ums Leben, viele davon in den letzten Kriegsmonaten.

Bundesrepublik Deutschland und Wiederaufbau

Aktivitas im Jahre 1957Im Jahre 1950 erhielten wir das Haus von der Britischen Militärverwaltung zurück. Die offizielle Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg als aktiver Bund erfolgte 1951 im Lokal "Alte Fink Europa" in Göttingen und das Grünenhaus stand uns ab 1956 wieder voll zur Verfügung. Die Burschenschaft Hannovera ist fakultativ schlagend, das heißt, dass ihren Mitgliedern die Austragung von Mensuren freigestellt ist.